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Manfred Kuhlemann vor seinem Haus in Rhauderfehn in Niedersachsen.

„Solarthermie kannte ich vorher gar nicht. Jetzt freue ich mich über das Sparpotenzial.“

Besitzerwechsel in Ostfriesland – per Hauskauf zur Solarthermie

Für Andreas Nadke aus Rhauderfehn in Niedersachsen heißt es ab jetzt Rasenmähen statt Balkon bepflanzen. Pünktlich zum Frühlingsanfang hat er das Einfamilienhaus mit Garten von Praxistest-Familie Kuhlemann übernommen – inklusive Solarthermie für Warmwasser. Für die Kuhlemanns war es nach der Geburt des dritten Kindes Zeit für ein größeres Eigenheim.

Einfamilienhaus
Wohnfläche: 133 m2
Baujahr 1999
Neu: 1 Erwachsener

Alt: 2 Erwachsene, 3 Kinder
Solarthermie / Kollektoren
2 Vaillant Flachkollektoren
auroTHERM VFK 145 H

Fläche: 5 m2
Baujahr: 2016
Trinkwassererwärmungja
Heizungsunterstützungnein
Speicherin Heizkessel integrierter Schichtladespeicher Größe: 190 Liter
Heizkesseltauschja
Heizkessel Gas-Brennwertgerät
Vaillant auroCOMPACT
VSC S 146/4-5190
Leistung: 3,4–15,2 kW, modulierend
MonitoringItron Gas-Smart-Meter
2 Allmess Wärmemengenzähler für Heizung, Solar
Allmess Kaltwasserzähler
Energiesparkonto

Bildergalerie

Warmes Wasser mit Sonnenunterstützung: Familie Kuhlemann hat im letzten Jahr ihre Heizanlage erneuert. Seit März 2017 lebt nun Andreas Nadke in dem Einfamilienhaus im niedersächsischen Rhauderfehn und freut sich über die Vorzüge der Solarthermie.

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Neues Haus mit Bonus: Warmwasser mit Sonnenenergie

Andreas Nadke vor seinem Haus.

Rhauderfehn (Niedersachsen), März 2017. Raus aus der Mietwohnung und rein ins eigene Heim – der Traum von Andreas Nadke wird Wirklichkeit. Das ehemalige Haus der Kuhlemanns bringt alles mit, was sich der 33-jährige Diplom-Bankbetriebswirt für sein neues Zuhause wünscht: einen Garten, eine sonnige Lage im schönen Ostfriesland und sogar eine neue Heizanlage mit Solarthermie.

Solarthermie? „Um ehrlich zu sein, war mir das vorher überhaupt kein Begriff. Ich bin mit Solarthermie erst bei der Besichtigung und dem Kauf meines Häuschens in Kontakt gekommen und habe mir dann alles von einem Techniker erklären lassen“, gesteht Andreas Nadke nach seinem Einzug. „Jetzt bin ich glücklich, dass das Haus die Solarthermieanlage mitbringt. Bei den steigenden Energiepreisen freut man sich ja über jede Kilowattstunde weniger auf der Abrechnung!“

Dass die Anlage eigentlich für einen fünfköpfigen Haushalt dimensioniert ist, nimmt Nadke gelassen hin: „Ich muss jetzt erst einmal ein paar Solarthermie-Erfahrungen sammeln und sehen, wie meine Verbrauchswerte und die Solarerträge sind.“ Dafür nutzt der neue Praxistester das Energiesparkonto. Mittelfristig will Andreas Nadke einen Termin mit einem Energieberater machen: Dann soll die Anlage für seinen kleineren Warmwasserbedarf optimiert werden und sogar neue Messgeräte bekommen.

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Rekordverdächtig: Solarthermie in anderthalb Tagen eingebaut

Rhauderfehn (Niedersachsen), Oktober 2016. „Laut! Laut! Laut!“ Thore ist nicht zu bremsen. Die Augen weit aufgerissen läuft der kleine rothaarige Junge durch den Heizungsraum. „Laut! Laut!“, ruft er und zeigt auf die neue Heizanlage der Kuhlemanns – die wie ein zufriedener Kater vor sich hin schnurrt. „Eigentlich ist die neue Anlage viel leiser als die alte“, erklärt der Vater Manfred Kuhlemann. „Nur beim Einbau war es etwas lauter. Die Wand wurde aufgestemmt, um die Leitungen zu verlegen. Und Thore war direkt nebenan in der Küche. Daran erinnert er sich heute noch.“

18 Monate ist Thore alt. Und was er gemeinsam mit seinen Geschwistern Lars (5) und Charlotte (7) Ende September 2016 im Haus seiner Eltern erlebt, ist ein Solarthermie-Einbau im Rekordtempo. Gerade einmal anderthalb Tage benötigen die Handwerker, um die neue Heizanlage von Vaillant mit Solarthermie für Warmwasser zu installieren. „Ich hab morgens noch warm geduscht – und am Abend hatten wir schon wieder warmes Wasser“, erzählt der 39-jährige Manfred Kuhlemann. „Ich war wirklich überrascht, wie schnell die Installation erledigt war.“

Praxistest ermöglicht Heizkesseltausch mit Solarthermie

Schon 2014 beschäftigt sich die Familie mit dem Tausch ihrer alten Heizung. Der Grund: ein kurzzeitiger Totalausfall. Doch nachdem der Kessel überraschenderweise ohne großen Aufwand wieder läuft, legt Manfred Kuhlemann die Tausch-Idee erstmal auf Eis. Erst als er Anfang 2016 im Energiesparkonto vom Praxistest Solarthermie erfährt, setzt der IT-Entwickler das Projekt wieder auf die Tagesordnung der Familie.

So bewerben sich die Kuhlemanns bei co2online und werden für den Praxistest ausgewählt. Im Mai besichtigt ein Energieberater das Haus in Rhauderfehn – und stellt fest, dass die ursprünglich geplante Installation nicht funktioniert. Der Einbau einer Anlage mit Heizungsunterstützung und Warmwasser wäre zu umständlich und zu teuer. Die Kuhlemanns müssten nicht nur Waschmaschine und Trockner in einen anderen Raum stellen, sondern auch die Tür zum Heizungsraum verbreitern und den Stromkasten versetzen lassen. „Deshalb haben wir uns gemeinsam mit dem Energieberater für die kleinere Variante entschieden: Solarthermie für Warmwasser.“

Heizkessel-Abschied in 90 Minuten

Der Heizkessel ist abgebaut(c) privat / Tina Kuhlemann

Beweisbild per Smartphone: Bereits nach 90 Minuten ist der alte Heizkessel abgebaut.

Der Einbau beginnt an einem Donnerstag Ende September. Mit vier Mann rückt die örtliche Handwerksfirma Natelberg morgens um 7.15 Uhr an. Bereits nach anderthalb Stunden schickt Tina Kuhlemann ihrem Mann ein Handy-Foto ins Büro: Die alte Heizung ist ausgebaut. An ihrer Stelle installieren die Handwerker das Gas-Brennwertgerät Vaillant auroCOMPACT mit einem integrierten 190 Liter-Schichtladespeicher. Aufs Dach kommen zwei Vaillant-Flachkollektoren auroTHERM. Gesamtfläche: fünf Quadratmeter.

Am Freitagmittag ist alles fertig. Zumindest fast: Weil die Solardachziegel nicht früher verfügbar sind, müssen die Handwerker am Nachmittag noch einmal nachbessern. Auch die Messtechnik wird bei einem zusätzlichen Termin installiert: drei Wärmemengenzähler, ein Kaltwasserzähler und eine Zusatzeinheit für den Gaszähler, damit dieser elektronisch ausgelesen werden kann. Alle Daten landen im Energiesparkonto. So können die Kuhlemanns prüfen, ob die Anlage optimal funktioniert oder etwas verbessert werden muss.

Solarthermie: Eine gute Möglichkeit, das Klima zu schützen

Manfred Kuhlemann mit Solar-Dachziegeln.

Der Umstieg auf Solarthermie ist für Manfred Kuhlemann nicht nur eine willkommene Möglichkeit, die Heizkosten seiner Familie zu senken. Es ist auch ein guter Weg, sich für die Umwelt zu engagieren. „Klar, mit 16 oder 20 Jahren – da hab ich einige Dinge ein bisschen radikaler gemacht. Aber heute bin ich Ende 30 und hab drei Kinder. Das ist eine andere Situation. Solarthermie ist mit überschaubarem Aufwand und überschaubaren Kosten verbunden. Und deshalb ist es für mich jetzt genau die richtige Option, etwas für den Klimaschutz zu tun.“

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Auswertung Praxistest 2017: geringerer Verbrauch nach Eigentümerwechsel

Noch während des Praxistest-Zeitraums ist die vierköpfige Familie Kuhlemann aus ihrem Haus ausgezogen. Seit März 2017 wohnt der neue Besitzer Andreas Nadke allein in dem Einfamilienhaus. Dies muss bei der Interpretation der Messdaten beachtet werden.

Nach dem Einbau der neuen Heizung mit Solarthermie für Warmwasser ist der jährliche Gasverbrauch im Haus im Vergleich zu vorher deutlich gesunken: von 16.500 auf 8.800 Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2017. Dabei kommt ein Großteil der Einsparung durch den neuen Kessel zustande; außerdem dürfte Andreas Nadke weniger Heizenergie verbrauchen als die fünfköpfige Familie Kuhlemann.

Praxistester Kuhlemann / Nadke – Monitoring-Ergebnisse für 2017
solarer Ertrag1.300 kWh
Heizenergieverbrauch (Heizwert)vorher: 16.500 kWh nachher: 8.800 kWh
EinsparungHeizenergie: ca. 47 %Kosten: ca. 330 €
CO2-Minderung1.500 kg

Blick ins Energiesparkonto von Praxistester Andreas Nadke. Zu sehen ist der klimabereinigte Heizenergieverbrauch. Die blauen Balken zeigen den Verbrauch des Heizkessels, die grünen Balken die Erträge der Solarthermieanlage. Damit das Monitoring der Anlage leichter fortgeführt werden kann, hat Andreas Nadke nach dem Kauf des Hauses von Vorbesitzer Manfred Kuhlemann auch dessen Energiesparkonto mit den entsprechenden Verbrauchsdaten übernommen.

Der Jahresertrag 2017 der Solarkollektoren lag mit ca. 1.300 kWh etwas unter dem Praxistest-Durchschnitt. Pro Quadratmeter Kollektorfläche wurden 260 kWh Sonnenenergie gesammelt. Vermutlich könnten die Kollektoren mehr Ertrag liefern, wenn Andreas Nadke mehr warmes Wasser benötigen würde und einen größeren Solarspeicher hätte. Denn nur wenn im Solarspeicher genug Platz ist, können die Solarkollektoren neue Energie sammeln. Hier zeigt sich, dass die Anlage nicht für einen Ein-Personen-Haushalt, sondern für eine größere Familie konzipiert war.

Mit der neuen Anlage entstanden 2017 etwa 1.500 Kilogramm klimaschädliches CO2 weniger als mit der alten Heizung. Diese Zahl ist allerdings nur bedingt aussagekräftig – aufgrund des Eigentümerwechsel hat sich der Heizenergieverbrauch grundlegend geändert und es fehlt ein korrekter Vergleichswert. Aus diesem Grunde ist auch eine Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Anlage ist nicht sinnvoll.

Solarwärme-Check: Anlage kann optimiert werden

Im August 2017 hatte die Verbraucherzentrale Energieberatung einen Solarwärme-Check bei Andreas Nadke durchgeführt. Der Check zeigte, dass die Anlage gut funktioniert. Dennoch machte die Verbraucherzentrale einige Vorschläge, um die Solarthermieanlage zu optimieren:

  • Heizkessel im Sommer ausschalten
  • maximale Speichertemperatur auf 90 Grad Celsius erhöhen
  • Solarpumpe dämmen
  • Einstellungen der Warmwasser-Zirkulation anpassen und Hocheffizienzpumpe einbauen lassen
  • Temperaturfühler am Kollektor gegen Überspannung sichern
  • Temperaturfühler und Fühlerleitungen gegen Kleintierverbiss schützen
  • Unterlagen zur Anlagendokumentation vervollständigen

Solare Erträge, Speicherverluste, solare Deckungsraten – alle Detailergebnisse im Überblick

Anlage Familie Kuhlemann / Andreas Nadke*Messung 2017
Erdgasverbrauch (Heizwert)8.781 kWh
Solarertrag brutto1.324 kWh
Summe Input10.105 kWh
Verbrauch Heizkreis und Warmwasser9.803 kWh
Systemverluste absolut302 kWh
Solarertrag netto
1.279 kWh

* Bis März 2017 wohnte Familie Kuhlemann in dem Haus, danach zog Andreas Nadke ein.

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Planen, installieren, kontrollieren – Erfahrungsberichte von Manfred Kuhlemann

Das sagt Praxistester Manfred Kuhlemann zum Thema...

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Leitung verlegen leichter als gedacht

„Bei der Begehung vor der Installation hatten die Handwerker vermutet, dass es nicht so leicht wird, die Solarleitung zu verlegen. Geplant war, mit den Rohren vom Heizungsraum nach oben ins Badezimmer zu gehen. Dort haben wir Einbauschränke. Die Schränke sollten abgebaut werden. Dahinter wollten die Handwerker die Decke öffnen, um die Rohre entgegenzunehmen und weiter Richtung Dachboden zu schieben. Am Ende lief aber alles leichter als gedacht. Die Monteure konnten die Rohre direkt vom Heizungsraum zum Mini-Dachboden schieben; der Zwischenschritt mit dem Abbau der Badschränke entfiel. Das Ergebnis: weniger Dreck, eine intakte Decke im Badezimmer und eine kürzere Bauzeit.“

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