Die Kosten für Wärmedämmung im Überblick

Eine gut geplante und fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung spart Energie und damit Kosten beim Heizen und Kühlen. Doch zunächst kostet Dämmen natürlich Geld. Wir geben Ihnen hier eine Orientierung, mit wie viel Sie für eine Dämmmaßnahme rechnen müssen und wann sie sich für Sie finanziell rechnet.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Kosten reduzieren durch Kombination von Wärmedämmung und Renovierung
  • auf ausreichende Stärke der Dämmstoffe achten
  • Energieberater*in möglichst immer einbinden
  • Fördermöglichkeiten für Wärmedämmung von bis zu 60 Prozent nutzen
  • kleine Dämmmaßnahmen auch für Mieter*in möglich

Was beeinflusst die Kosten einer Wärmedämmung?

Thermografie, Taschenrechner und Geldscheine(c) Gina Sanders - Fotolia.com

Um beurteilen zu können, ob sich die Investition in eine Wärmedämmung wirtschaftlich lohnt, sind nicht nur die Bau- und Materialkosten entscheidend. Auch der Zustand des Gebäudes, die gewählte Art der Dämmung, die Stärke des Dämmstoffs, die Preise von Handwerkern vor Ort und das Auftragsvolumen haben Einfluss darauf.

Ziehen Sie deshalb möglichst frühzeitig einen Energieberater hinzu, der Ihr Gebäude vor Ort unter die Lupe nimmt und Ihnen wichtige Tipps geben kann. Nur bei kleineren Maßnahmen, wie zum Beispiel der einfachen Wärmedämmung für Mieter, können Sie auf einen Energieberater verzichten.

Natürlich hängen Ihre Kosten auch stark davon ab, ob Sie Fördermittel für die Wärmedämmung in Anspruch nehmen. Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel Förderung von Wärmedämmung und im FördermittelCheck.

 

Dämmmaßnahmen: Die wichtigsten Infos

Bis zu 35 Prozent Wärme verliert ein Altbau über ungedämmte Außenwände, bis zu 20 Prozent übers nicht gedämmte Dach. Die Dämmung von Fassade und Dach bringt deshalb besonders viel, ist aber auch besonders kostspielig. Es geht allerdings auch kleiner und günstiger: zum Beispiel mit der Dämmung der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke. Sie können zudem die Kosten senken, indem Sie Fördermöglichkeiten für Dämmungen nutzen.

Gerade für die Fassadendämmung gilt: Wenn Sie Ihr Haus ohnehin sanieren, neu verputzen oder streichen möchten und deshalb ein Gerüst aufbauen müssen, sollten Sie auch gleich über eine Dämmung nachdenken. Wichtig ist: Suchen Sie zunächst mithilfe einer/s Energieberater*in die Schwachstellen an Ihrem Haus.

Was sind Dämmmaßnahmen? 

Unter Dämmmaßnahmen versteht man das Montieren einer Wärmedämmung. Wärmedämmung ist die Reduktion des Durchganges von Wärmeenergie durch eine Hülle, um einen Raum oder einen Körper vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen.

Welche Dämmmaßnahmen gibt es?

Besonders rentabel ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Wird das Dachgeschoss allerdings als Wohnraum genutzt, sollten Sie besser das Dach dämmen. Auch ein Wärmeschutz an Kellerdecke oder Kelleraußenwänden verringert den Energieverlust. Die Dämmung von Kelleraußenwänden und anderen Bauteilen, die das Erdreich berühren, wird Perimeterdämmung genannt. Sie hilft nicht nur beim Energiesparen, sondern verhindert insbesondere bei Altbauten auch, dass Feuchtigkeit aus dem Erdreich durch die Wand eindringt und auf der Innenseite der Kellerwände zu Schimmelbildung führt.

Wenn Sie die Fassade dämmen möchten, sollten Sie das nach Möglichkeit an den Außenwänden tun. Eine Innendämmung kann allerdings bei denkmalgeschützten Gebäuden eine sinnvolle Alternative sein. Sie verkleinert jedoch den Innenraum, zudem müssen die entsprechenden Innenwände vor der Installation feuchtetechnisch überprüft werden

Anwendungsbeispiele für Dämmmaßnahmen 

AnwendungsgebietAnwendungsbeispiele
Decke, Dach
  • Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckung
  • Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtung
  • Außendämmung des Daches, der Bewitterung ausgesetzt (Umkehrdach)
  • Zwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschoßdecke
  • Innendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
  • Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
  • Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand
  • Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
  • Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
  • Außendämmung der Wand unter Putz
  • Dämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung
  • Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
  • Innendämmung der Wand
  • Dämmung zwischen Haustrennwänden mit Schallschutzanforderungen
  • Dämmung von Raumtrennwänden
Perimeter
  • Außen liegende Wärmedämmung von Wänden gegen Erdreich (Außerhalb der Abdichtung)
  • Außen liegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (Außerhalb der Abdichtung)

Quelle: Bauzentrum München, „Leitfaden Dämmstoffe 3.0“, 10-2017, S. 24

 

Wärmedämmung: Sowieso-Kosten und energiebedingte Kosten

Aus Kostengründen ist es sinnvoll, dann zu dämmen, wenn an Ihrem Haus ohnehin etwas instandgesetzt oder repariert werden muss. Das gilt insbesondere für die Fassadendämmung, für die Sie ein Baugerüst benötigen. Muss die Außenwand ausgebessert, neu verputzt oder gestrichen werden, fallen die sogenannten Sowieso-Kosten für Baugerüst, Putz und Malerarbeiten an. Wenn das Dach abgedichtet werden muss, können Sie auch gleich übers Dämmen nachdenken. Diese Sowieso-Kosten für die Instandsetzung ziehen Sie dann von den Vollkosten der Sanierung ab. Was übrig bleibt, sind die energiebedingten Mehrkosten für die Wärmedämmung. Diese Kosten für die reine Energiesparmaßnahme können Sie dann den eingesparten Heiz- und Brennstoffkosten gegenüberstellen.

Laut einer Berechnung des auf Initiative der Dämmstoffindustrie gegründeten Forschungsinstituts für Wärmeschutz München (FIW) machen die energiebedingten Mehrkosten im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent der kompletten Sanierung aus. So haben sich zum Beispiel die energiebedingten Kosten für eine Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) laut FIW meist in vier bis zehn Jahren amortisiert. Ähnliches gilt für die Kosten einer Dachdämmung von außen (inklusive Neueindeckung), für die Dämmung einer begehbaren obersten Geschossdecke oder die Wärmedämmung der Kellerdecke (vier bis 16 Jahre, im Mittel sechs bis acht Jahre). Welche Art der Hausdämmung sich wie schnell rechnet, sehen Sie hier in der Tabelle zu den Amortisationszeiten unterschiedlicher Dämmmaßnahmen.

Durchschnittliche Amortisationszeiten unterschiedlicher Dämmmaßnahmen

BauteilTypischer U-Wert [W/m2K]Amortisationszeit in Jahren*

Außenwand WDVS

(EPS und MF)

Energiebedingte Kosten

1,4

4 bis 10

Kellerdecke, Dämmung

(von unten mit Bekleidung

ohne Bekleidung)

 

1,3

1,3

 

6 bis 13

6 bis 10

Steildach

(Sanierung von außen inkl. kompletter Neueindeckung)

0,9

 

6 bis 16

Flachdach

(energiebedingte Kosten)

0,96 bis 13

Oberste Geschossdecke

(begehbar

nicht begehbar)

 

0,9

0,9

 

6 bis 16

2 bis 5

* Zeitraum mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit

Quelle: Studie: Wirtschaftlichkeit von wärmedämmenden Maßnahmen, Holm, Mayer, Sprengard, 2015, S. 5

Welche Einsparungen sind möglich?

Ein Einfamilienhaus kann durch eine nachträgliche Dämmung der oberen Geschossdecke in 20 Jahren rund 2.200 Euro sparen.

Wärmedämmung: Kosten für einzelne Maßnahmen

Auf Basis eigener Gebäudedaten sowie von Angaben des Instituts für Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt haben wir einen Überblick über die Kosten für Fassadendämmung und Dachdämmung pro Quadratmeter berechnet. Die Übersicht über die Kosten der Wärmedämmung bietet eine erste Abschätzung. Die tatsächlichen Handwerkerkosten vor Ort und die Größe der dämmenden Flächen können die tatsächlichen Kosten erheblich beeinflussen.

Die Kosten für eine Dachdämmung variieren je nach gewählter Dämmmethode. Pro Quadratmeter muss inklusive Montage bei einer Zwischensparrendämmung mit Kosten von 120 bis 150 (50 bis 80) Euro gerechnet werden, bei einer Untersparrendämmung mit 30 bis 60 Euro und bei einer Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung des Dachs mit 120 bis 200 (150 bis 250) Euro.

Für die Dämmung der obersten Geschossdecke fallen bei einem begehbaren Dachboden Kosten zwischen 40 und 55 Euro pro Quadratmeter an. Bei einem nicht begehbaren Dachboden liegt die Spannbreite zwischen 24 und 30 Euro pro Quadratmeter.

Bei einem WDSV muss – je nach Dämmmaterial und Dämmstärke – mit insgesamt 90 bis 210 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Eine hinterlüftete Vorhangfassade kostet 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter, davon entfällt ein Großteil auf Unterkonstruktion und Verkleidungsmaterial.

Für eine Innendämmung können Kosten zwischen 30 und 100 Euro pro Quadratmeter anfallen, je nach gewähltem Material und Beschaffenheit des Untergrunds.

Die Dämmung der Kellerdecke kostet zwischen 18 und 30 Euro pro Quadratmeter.

Eine Perimeterdämmung kostet zwischen 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Bei einem Altbau ist sie deutlich teurer als bei einem Neubau. Denn kommen Erdarbeiten hinzu, fallen nochmal 20 bis 30 Euro pro Kubikmeter Aushub an. Muss womöglich Grundwasser abgepumpt werden, wird’s noch teurer.

DämmmaßnahmeDämmstoff-dickeGesamtkosten in €/m2 BTF*Reine Energiespar-maßnahme in €/m2 BTF*
WDVS14 cm90 bis 120 € 30 bis 48 €
Hinterlüftige Vorhangfassade14 cm10 bis 200 €30 bis 48 €
Innendämmung8 cm30 bis 32 €20 bis 24 €
Obere Geschossdecke begehbar20 cm40 bis 55 €40 bis 55 €
Obere Geschossdecke nicht begehbar**20 cm24 bis 30 €24 bis 30 €

Steildach:

Zwischensparren-dämmung***

16 cm120 bis 150 €24 bis 36 €
Steildach: Außensparrendämmung (WLG 035)20 cm120 bis 200 €45 bis 55 €
Flachdach warm20 cm100 bis 180 €60 bis 96 €
Flachdach kalt20 cm110 bis 180 €30 bis 54 €
Keller von unten8 cm18 bis 30 €18 bis 30 €

Daten und Darstellung: www.co2online.de

* BTF = Bauteilfläche Berechnungen mit WLS 035
** Bei einer nicht begehbaren Geschossdecke muss die oberfläche der Dämmung entsprechend stabilisiert werden.
***Gemäß EnEV §8 und 9 ist es erlaubt, nur auf Sparrenhöhe zu dämmen.

Die genauen Kosten einer Wärmedämmung hängen sowohl von Dämmverfahren, Dämmstoff und seiner Dicke ab als auch von der individuellen Beschaffenheit eines Gebäudes (Baujahr, Zustand von Dach, Fassade und so weiter). Deshalb ist es wichtig, zunächst mithilfe einer/s Expert*in herauszufinden, wo am meisten Wärme verloren geht und der größte Handlungsbedarf besteht. Ein Gebäude-Check durch eine/n qualifizierte/n Energieberater*in der Verbraucherzentralen kostet zum Beispiel 20 Euro – bzw. 40 Euro, wenn es mehr ins Detail etwa zum Dämmen gehen soll.

Teurer wird es, wenn der/die Expert*in zusätzlich ein Thermografiegutachten erstellt. Eine professionelle und umfangreiche Wärmebilduntersuchung kleinerer Gebäude kostet zwischen 250 und 400 Euro, teilweise auch mehr. Das Verfahren ist übrigens nur im Winterhalbjahr möglich, da die Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich oder darunter liegen müssen. Sie kann dazu beitragen, Wärmebrücken etwa an Balkonen oder handwerklich unsauber ausgeführte Dämmungen aufzuspüren.

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Förderung von Wärmedämmung

Die Kosten für die Wärmedämmung Ihres Hauses müssen Sie nicht alleine tragen: Die Bundesregierung stellt dafür über das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ Fördermittel zur Verfügung – und zwar sowohl für die Komplettsanierung als auch für einzelne Maßnahmen. Zusätzlich gibt es regionale Förderung für Wärmedämmung.  

Kredite und Zuschüsse zur Wärmedämmung von der KfW

Für eine umfassende Sanierung Ihres Gebäudes zu einem KfW-Effizienzhaus, zum Beispiel mit Hilfe einer Wärmedämmung, können Sie einen Kredit von maximal 120.000 Euro und einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren beantragen. Der maximale Tilgungszuschuss beträgt abhängig vom Energiestandard bis zu 40 Prozent der Darlehenssumme, also 48.000 Euro. Die Förderung (Nr. 151) wird dabei vom Energieberater beantragt. Daneben gibt es eine Reihe von Zuschüssen, die auch ohne Energieberater über das Zuschussportal der KfW beantragt werden können.

Für die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken als Einzelmaßnahme gibt es einen Kredit von höchstens 50.000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren. Der Tilgungszuschuss liegt bei maximal 20 Prozent der Darlehenssumme, also bei 10.000 Euro (Nr. 152).

Alternativ können Sie für ein Ein- oder Zweifamilienhaus einen Zuschuss in Anspruch nehmen, ebenfalls für die Komplettsanierung und für Einzelmaßnahmen. Wenn Sie Wände, Dachflächen oder Geschossdecken als Einzelmaßnahme dämmen wollen, können Sie einen Zuschuss für förderfähige Investitionen bis 50.000 Euro pro Wohneinheit beantragen. Dieser Zuschuss beträgt 20 Prozent der förderfähigen Baukosten, also höchstens 10.000 Euro pro Wohneinheit. Bei vollständigen Sanierungen zu einem KfW-Effizienzhaus, also einem höheren Energiestandard, gibt es für förderfähige Investitionen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit einen Zuschuss von maximal 48.000 Euro (Nr. 430).

Übersicht: Kfw-Förderungen für Wärmedämmung

ArtMaßnahmeBedingungenFördersumme
Kredit Nr. 151/152umfassende Sanierung des Gebäudes zu einem Kfw-Effizienzhaus Laufzeit bis zu 30 Jahren bis zu 120.000 Euro (Tilgungszuschuss: bis zu 40 %*)
Kredit Nr. 151/152Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken Laufzeit bis zu 30 Jahren bis zu 50.000 Euro (Tilgungszuschuss: 20 %)
Zuschuss Nr. 430umfassende Sanierung des Gebäudes zu einem Kfw-Effizienzhaus Investitionen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit bis zu 40 %* der förderfähigigen Kosten (max. 48.000 Euro)
Zuschuss Nr. 430Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken Investitionen bis 50.000 Euro pro Wohneinheit 20 % der förderfähigigen Kosten (max. 10.000 Euro)

* Die Höhe des Zuschusses ist vom Effizienz-Standard abhängig.

Förderbedingungen der KfW zur Wärmedämmung

Den KfW-Kredit und -Zuschuss können Sie nur beantragen, wenn Sie vor dem 1. Februar 2002 die Bauanzeige erstattet oder den Bauantrag für Ihr Wohngebäude gestellt haben. Neuere Gebäude sind also von dieser Förderung ausgeschlossen. Den Förderantrag für den Kredit müssen Sie vor Beginn des Sanierungsvorhabens bei einem Finanzierungsinstitut (Banken, Sparkassen, Versicherungen) stellen. Zunächst muss allerdings ein geprüfter Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes die Förderfähigkeit der Maßnahmen und die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen bestätigen.

Zuschüsse Wärmedämmung: Energieberatung (BAFA) und Baubegleitung (KfW)

Bevor Sie zur Tat schreiten, sollte sich ein/e Expert*in Ihre Immobilie genau ansehen und prüfen, wo Wärmelecks sind. Die Unterstützung durch einen Energieberater ist in manchen Fällen auch Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln. Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt die Bundesregierung eine Energieberatung vor Ort finanziell mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Es gibt jedoch vom BAFA maximal 1.300 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser und 1.700 Euro für Wohngebäude mit drei und mehr Wohneinheiten. Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) können zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von bis zu 500 Euro beantragen, wenn der Energieberatungsbericht in der Wohnungseigentümerversammlung erläutert wird. Seit dem 1. Dezember 2017 kann im Rahmen der Vor-Ort-Förderung des BAFA alternativ zum bisherigen Beratungsbericht auch ein individueller Sanierungsfahrplan durch eine/n Energieberater*in erstellt werden.

Für die fachgerechte Betreuung durch eine/n Energieeffizienz-Expert*in während der gesamten Sanierung können Sie bei der KfW einen Investitionszuschuss beantragen (Nr. 431). Übernommen werden 50 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro pro Vorhaben. Den „Zuschuss Baubegleitung“ können Sie nur in Kombination mit dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ in Anspruch nehmen. Sie dürfen ihn vor einer energetischen Sanierung zusammen mit der Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan) beantragen.

Tipp: Steuern sparen mit energetischer Sanierung

Wenn Sie als Eigentümer*in ein selbst-genutztes Wohnhaus energetisch sanieren, können Sie ab 2020 Steuern sparen. Verteilt über drei Jahre dürfen Sie 20 Prozent der Investitionskosten von der Steuer absetzen; höchstens jedoch 40.000 Euro. Die Kosten für eine notwendige Energieberatung können Sie sogar zu 50 Prozent steuerlich geltend machen.

Dabei müssen Sie sich allerdings zwischen dem Steuer­bonus und den anderen staat­lichen Förder­programmen des BAFA und der KfW ent­scheiden. Mit welcher Variante Sie besser fahren, berechnen Sie am besten gemeinsam mit einer/m Energie- oder Steuer­berater*in.

Sparen Sie nicht an der Dicke der Dämmung

Viel hilft viel. In gewisser Weise gilt das auch für die Wärmedämmung. Wählen Sie bei der Dicke des Dämmstoffs lieber ein paar Zentimeter mehr. Denn je dicker der Dämmstoff, desto niedriger der U-Wert und desto größer die Einsparung. Die Energiepreise können weiter steigen. Außerdem schadet der Verbrauch fossiler Energien dem Klima. Es lohnt sich also, etwas mehr in einen dickeren Dämmstoff zu investieren. Übertreiben sollten Sie es allerdings auch nicht, denn irgendwann ist das Sparpotenzial der Wärmedämmung so gut wie ausgeschöpft – dann steigen nur noch die Kosten. Wann dieser Punkt bei Ihrem Gebäude erreicht ist, berechnet Ihnen am besten ein Energieberater vor Ort.

Was ist ein U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient?

Der U-Wert (auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt) zeigt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Er wird in Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) angegeben. Je kleiner der U-Wert, desto größer die Dämmwirkung. Laut aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) darf bei der Haussanierung der U-Wert für die Gebäudehülle bei höchstens 0,24 W/m2K liegen.

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Wärmedämmung für Mieter

Wärmedämmung ist nicht nur etwas für Eigentümer. Auch Mieter können Dämmmaßnahmen angehen. Aufwendige Dämmmaßnahmen sind zwar normalerweise Sache des Vermieters und auch nur in Absprache mit ihm möglich. Als Mieter können Sie aber zumindest Fenster und Türen abdichten. Dichtungsband aus Gummi für Türen und Fenster bekommen Sie günstig im Baumarkt.

Diese auch für Mieter geeigneten Dämmmaßnahmen sind einfach, kosten nicht viel und sorgen doch für einen gewissen Wärmeschutz. Solange sie die Bausubstanz durch die Wärmedämmung nicht verändern, dürfen Mieter ohne Einwilligung des Vermieters auf eigene Faust modernisieren. Sollen die Arbeiten umfassender werden, sollten Sie das allerdings mit Ihrem Vermieter abstimmen und schriftlich festhalten.

Wärmedämmung: Machen Sie den Check

Unser DämmCheck express zeigt Ihnen, wie viel Heizenergie Sie mit den verschiedenen Maßnahmen für Wärmedämmung an Ihrem Gebäude sparen können. Genauere Angaben zu Wirtschaftlichkeit und Kosten von Wärmedämmung wie Fassadendämmung, Dachdämmung und Co. bekommen Sie mit unserem ModernisierungsCheck. Die Fördermöglichkeiten für Ihre Region können Sie sich vom FördermittelCheck ausgeben lassen.

Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken

Hier finden Sie eine übersichtliche Checkliste mit den wichtigsten Informationen rund ums Dämmen.

Darin sehen Sie auf einen Blick:

  • Wann Sie über eine Dämmung nachdenken sollten.
  • Wie Sie eine Dämmung richtig planen.
  • Wo Sie Zuschüsse und Kredite beantragen können.
  • Was Sie beim Beauftragen von Handwerkern beachten sollten.
  • Wie Sie Erfolge kontrollieren und nachbessern können.

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