Praxistester Jan Rutz im Porträt. Praxistester Jan Rutz im Porträt.

„Sonnenenergie ist frei verfügbar. Mit ihr sparen wir Ressourcen und Geld.“

Einmal komplett, bitte – Solarthermie und Photovoltaik für Familie aus Pasewalk

„Super! Ich bin begeistert!“ Wenn Jan Rutz von seiner neuen Solarthermieanlage erzählt, beginnt er zu schwärmen. Auch wenn die Installation nicht reibungslos lief – mit dem Ergebnis ist er mehr als zufrieden. Kein Wunder, dass sich die Familie aus Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern spontan entschlossen hat, zusätzlich zur Solarthermie für Heizen und Warmwasser noch eine Photovoltaikanlage zu installieren. Jetzt kann sie rundum Sonnenergie nutzen.

Einfamilienhaus
Wohnfläche: 128 m2
Baujahr 1997
2 Erwachsene
Solarthermie / Kollektoren4 Buderus Flachkollektoren
Logasol SKT1.0-s
Fläche: 10 m2
Baujahr: 2016
Trinkwassererwärmungja
Heizungsunterstützungja
Speicherin Heizkessel integrierter Schichtenladespeicher

Buderus Pufferspeicher PNR400
Größe: 150 Liter


Größe: 400 Liter
Heizkesseltauschja
HeizkesselLogamax plus GBH192iT mit interner Buderus HybridtechnologieLeistung: 25 kW
RegelungBuderus Logamatic RC300
MonitoringItron Gas-Smart-Meter
3 Allmess Wärmemengenzähler für Raumwärme, Warmwasser, Solar
Energiesparkonto
  • Bildergalerie

    Annett und Jan Rutz aus Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern freuen sich über ihre neue Solarthermieanlage.

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Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern), November 2016. Manchmal steht Jan Rutz vor seiner neuen Solarthermieanlage. Einfach so. Steht da, schaut und hört zu, wie der Brenner anspringt. „Die kleine Flamme auf dem Display leuchtet blau. Es gibt dieses ganz sanfte Rauschen. Mehr nicht.“ Dann huscht ein Lächeln über sein Gesicht; die braunen Augen strahlen. „Wahnsinn, wie leise solche Anlagen heutzutage sind.“ Technik hat den 53-jährigen Elektromeister, der heute als Sachbearbeiter in der Energieversorgung arbeitet, schon immer fasziniert. Bei seiner Frau Annett (51) ist das anders.

Praxistest-Teilnehmer Rutz bei der Lieferung der neuen Solarthermieanlage.

„Klar, wir haben schon gemeinsam vor der neuen Anlage gestanden“, erzählt Jan Rutz. Er hat seiner Frau erklärt, was sie wissen muss, wenn sie mal allein zu Hause ist. Und von den Vorzügen der neuen Anlage hat er geschwärmt. Vom Design, der Art und Weise wie die Technik aufgebaut ist, der einfachen Bedienbarkeit. Und seine Frau? „Na, sagen wir mal so: Wenn ich sie begeistern will, dann geh ich mit ihr in einen Schuhladen. Aber bei einer Heizung? Da ist nichts zu machen.“

Praxistest macht Kesseltausch mit Solarthermie möglich

Jan Rutz lacht. Tatsache ist ja, dass auch seine Frau Annett froh über die neue Anlage ist. Schließlich kam der Praxistest Solarthermie für das Ehepaar aus Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern genau zur richtigen Zeit. Die alte Heizung musste dringend repariert werden: Zündung, Umwälzpumpe; die Kosten hätten zwischen 500 und 1.000 Euro gelegen. „Unser Kessel war zwanzig Jahre alt. Das hätte sich nicht gelohnt. Deshalb hab ich mich nach einer neuen Anlage umgeschaut – und bin so auf co2online und den Praxistest gestoßen.“

Nach seiner erfolgreichen Bewerbung steigt Jan Rutz immer tiefer in das Thema Solarthermie ein. Er liest im Internet über verschiedene Hersteller und Techniken. Er lässt sich die neue Solarthermieanlage seiner Nichte vorführen. Und er fährt auf eine Baumesse nach Rostock, um sich die Anlage anzuschauen, die später bei ihm installiert werden soll. „Für mich ist das Visuelle wichtig, wenn es um Technik geht. Ich möchte davor stehen und die Dinge anfassen können.“

Durchbruch für Solarthermie mit Presslufthammer und Flex

Handwerker mit Presslufthammer

Der Einbau beginnt an einem Montagmorgen im November, als ein Lkw vor dem Haus der Familie hält. „Der Spediteur hat die Laderampe runtergefahren, und ich hab große Augen gemacht und gefragt, ob das wirklich alles für uns ist. Da meinte er nur: Ja!“ Gemeinsam mit dem Lieferanten verstaut Rutz die vielen Kartons auf der überdachten Terrasse. Wenig später kommen die Handwerker von Thermondo und beginnen mit der kostenlosen Installation der von Buderus zur Verfügung gestellten Anlage.

Eingebaut werden ein Gas-Brennwertkessel „Buderus Logamax plus“ mit Hybridtechnologie, einem integrierten Schichtenladespeicher und einem zusätzlichen 400 Liter großen Pufferspeicher. Dazu eine Buderus Steuerung „Logamatic RC300“ sowie vier Buderus Flachkollektoren mit einer Gesamtfläche von zehn Quadratmetern. Um die Solarleitung zu verlegen, müssen die Heizungsbauer von Thermondo mit Presslufthammer und Flex ein Loch in die Decke zwischen Hauswirtschaftsraum und Schlafzimmer stemmen. „Der Beton war dick und mit einer Menge Bewehrungsstahl durchzogen. Das gab etwas mehr Dreck als vermutet“, erinnert sich Jan Rutz. „Aber nach zwei Stunden war die Sache erledigt.“

Damit die Verbrauchsdaten mit dem Energiesparkonto ausgewertet werden können, installieren die Handwerker schließlich ein Gas-Smart-Meter von Itron und drei Wärmemengenzähler von Allmess für Raumwärme, Warmwasser und den Solarkreislauf. Am Freitagnachmittag, nach fünf Tagen Installation, läuft die neue Heizanlage. Die Solarthermie wird bei einem zusätzlichen Termin eine Woche später angeschlossen, weil noch einige Teile fehlen. „Ich hatte gehofft, dass zumindest die Heizung schneller wieder funktioniert“, sagt Jan Rutz. „Es war November und schon ziemlich kalt. Wir haben uns also Elektroheizgeräte hingestellt, damit wir im Warmen sitzen. Das lief nicht optimal. Aber mit dem Ergebnis bin ich trotzdem zufrieden.“

Solarthermie kombiniert mit Photovoltaik

Jan Rutz ist sogar so begeistert von der neuen Technik, dass er sich zusätzlich zur Solarthermie auch eine Photovoltaikanlage installieren lässt. „Das war spontan: Ein Bekannter hat mir vorgeschlagen, die Techniken zu kombinieren. Und weil das Gerüst für den Aufbau der Solarthermie sowieso am Haus stand, haben wir die Gunst der Stunde genutzt.“ Denn Sonnenenergie zu nutzen, die allen frei zur Verfügung steht, finden Annett und Jan Rutz mehr als sinnvoll. „So sparen wir Ressourcen und belasten die Umwelt weniger. Und natürlich sinken unsere Energiekosten.“

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Auswertung Praxistest: Anlage liefert gute Erträge

Mit der neuen Heizanlage mit Solarthermie hat Praxistest-Familie Rutz ihren jährlichen Gasverbrauch im Vergleich zu vorher um mehr als ein Drittel gesenkt: von 14.700 auf 9.300 Kilowattstunden (kWh). Dabei ist ein Großteil dieser Einsparungen auf den neuen Brennwertkessel zurückzuführen.

Hochrechnung für 2017
solarer Ertrag1.750 kWh
Heizenergieverbrauch (Heizwert)vorher: 14.700 kWh nachher: 9.300 kWh
EinsparungHeizenergie: ca. 37 %Kosten: ca. 300 €
CO2-Minderung1.350 kg

Blick ins Energiesparkonto von Praxistester Jan Rutz. Zu sehen ist der klimabereinigte Heizenergieverbrauch. Die blauen Balken zeigen den Verbrauch des Heizkessels, die grünen Balken die Erträge der Solarthermieanlage.

Die Kollektoren von Jan und Annett Rutz erzielen einen jährlichen solaren Ertrag von schätzungsweise 1.750 Kilowattstunden; die Verluste des Solarspeichers sind gering. Insgesamt deckt die Solarthermieanlage 16 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs. So entstehen jedes Jahr 1.350 Kilogramm klimaschädliches CO2 weniger als mit der alten Heizung.

Da die neue Solarthermieanlage von Familie Rutz für einen Zwei-Personen-Haushalt etwas überdimensioniert ist, würde sie sich im Normalfall nur bei mehr als 7 Prozent jährlicher Preissteigerung rechnen. Die Anlage wurde jedoch vom Hersteller für den Praxistest kostenlos zur Verfügung gestellt. Ursprünglich sollte diese Anlage in einem anderen Haushalt installiert werden, der aber kurzfristig ausfiel.

Wirtschaftlichkeit nach 20 Jahren
Anlage Familie RutzSzenario 1Szenario 2
Investitionskostenca. 15.000 €
Förderung BAFA2.500 €
jährliche Energieeinsparung
(Brennwert)
6.000 kWh
Erdgaspreis4,9 ct/kWh
jährliche Energiepreissteigerung0 %7 %
Einsparung in 20 Jahren5.900 €12.100 €
Finanzierungsrahmen
(Einsparung plus Förderung)
8.400 €14.600 €
Gewinn/Verlust nach 20 Jahren
- 6.600 - 400 €

Solarwärme-Check: Anlage kann optimiert werden

Der Solarwärme-Check der Verbraucherzentrale Energieberatung zeigt, dass es für Familie Rutz noch Möglichkeiten gibt, die Solarthermieanlage zu optimieren. Diese Vorschläge macht die Verbraucherzentrale:

  • Armaturen und Speicheranschlüsse vollständig dämmen
  • für die Rohre eine dickere Dämmung verwenden und die Dämmung enger an den Rohren befestigen, damit es keine Energieverluste durch eine Luftzirkulation unter der Dämmung gibt
  • den Kollektor-Rohrkreis erden und den Temperaturfühler am Kollektor gegen Überspannung sichern
  • Temperaturfühler und Fühlerleitungen gegen Kleintierverbiss schützen
  • Abblaseleitung sicher befestigen
  • ein größeres Auffanggefäß einbauen lassen
  • Unterlagen zur Anlagendokumentation vervollständigen

Solare Erträge, Speicherverluste, solare Deckungsraten – alle Detailergebnisse im Überblick

Anlage Familie RutzMesszeitraum
1. Januar bis 31. Mai 2017
Hochrechnung für 2017*
Erdgasverbrauch (Heizwert)5.005 kWh9.333 kWh
Solarertrag brutto 1.158 kWh1.754 kWh
Summe Input
6.163 kWh11.088 kWh
Verbrauch Heizkreis und Warmwasser5.155 kWh
Solarertrag netto (gemessen)967 kWh1.465 kWh
Speicherverluste Solarspeicher191 kWh
solare Deckungsrate brutto19 %16 %
solare Deckungsrate netto16 %14 %

* Bei der Hochrechnung für 2017 wurden die Monate Juni, Juli und August im Ertrag auf Basis des Warmwasserverbrauchs angesetzt.

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Planen, installieren, kontrollieren – Erfahrungsberichte von Jan Rutz

Das sagt Praxistester Jan Rutz zu den Themen ...

... Solarthermie planen
... Solarthermie installieren
... Monitoring und Alltagsfragen

Solarthermie planen

Von Fachleuten erklären lassen

„Für mich ist das Visuelle wichtig. Wenn es um Technik geht, will ich davorstehen und die Dinge anfassen. In einer Zeitschrift kann ich mich durch den Text informieren und hab auch mal ein Bild. Aber wenn ich direkt vor einer Anlage stehe und etwas von Fachleuten erklärt bekomme, ist es ein anderes Verständnis.“

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Solarthermie installieren

Durchbrüche für Solarthermieleitung

„Bei uns musste die Solarthermieleitung vom Hauswirtschaftsraum nach oben durch das Schlafzimmer zum Dach geführt werden. Das heißt: In den Fußboden des Schlafzimmers wurde mit Presslufthammer und Flex ein Loch gestemmt. Dort ging zwar schon vorher das Abgasrohr lang, aber die Solarleitung brauchte mehr Platz. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass der Beton sehr dick war. Deshalb gab es auch etwas mehr Dreck als vermutet. Natürlich war meine Frau nicht begeistert davon, aber zumindest wussten wir vorher, was passiert. Und nach zwei Stunden war die Sache erledigt.“

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Monitoring und Alltagsfragen

Anlage per App kontrollieren

„Ich hab eine App auf dem Tablet installiert. Damit logge ich mich in das sogenannte Buderus Control Center Connect ein. Das ist eine portalgestützte Anwendung, mit der ich das Heizsystem einfach und flexibel über das Internet steuern kann. Außerdem kann ich jederzeit die wichtigsten Kenndaten abfragen, wenn ich online bin. Zum Beispiel mit welcher Temperatur die Heizung gerade arbeitet.“

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