Steigender CO2-Preis ab 2022: Heizen mit Gas und Öl wird noch teurer

Heizkosten steigen ab 1. Januar im Schnitt um bis zu 100 Euro je Haushalt / Faire Aufteilung der CO2-Kosten zwischen Mieter und Vermieter gefordert / Viele Verbraucher können Heizkosten sofort senken

Berlin, 8. Dezember 2021. Ein durchschnittlicher Haushalt mit Ölheizung muss ab dem 1. Januar mit Mehrkosten von rund 100 Euro pro Jahr rechnen. Das geht aus Berechnungen der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online (https://www.co2online.de) hervor. Grund ist der steigende CO2-Preis für Heizöl und Erdgas.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den Energieverbrauch zu senken. Neun von zehn Haushalten können Heizkosten sparen und so auch CO2 vermeiden“, sagt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. „Das zahlt sich schon heute doppelt aus – und in Zukunft noch mehr. Eigentümer sollten außerdem auf erneuerbare Energien umsteigen, um CO2-Kosten zu vermeiden.“

Der 2021 eingeführte CO2-Preis steigt zum Jahreswechsel von 25 auf 30 Euro je Tonne. Laut co2online bedeutet das für einen durchschnittlichen gasbeheizten Haushalt mit 70 Quadratmetern Wohnfläche jährliche Mehrkosten von etwa 65 Euro. Haushalte, die mit Öl heizen, zahlen im Schnitt rund 100 Euro mehr.

Bis zum Jahr 2025 steigt der CO2-Preis jährlich um weitere 5 bis 10 Euro je Tonne. Die durchschnittlichen Mehrkosten liegen dann für eine gasbeheizte Wohnung bei 125 Euro, für eine ölbeheizte Wohnung bei 180 Euro pro Jahr.

Loitz: „CO2-Preis muss fair aufgeteilt werden!“

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht vor, dass an dem nach und nach steigenden CO2-Preis nicht gerüttelt wird. Geplant sind jedoch Maßnahmen zur Kostensenkung und zum sozialen Ausgleich, etwa ein Klimageld und die Abschaffung der EEG-Umlage für Strom.

„Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto weniger können Mieter selbst Einfluss auf ihre Heizkosten nehmen“, sagt Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online. „Deswegen müssen die Mehrkosten durch den CO2-Preis jetzt endlich fair zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden. In diesem Jahr mussten die Mieter die Kosten komplett allein tragen. Das muss sich schleunigst ändern.“

90 Prozent aller Haushalte können Heizkosten senken

Etwa 9 von 10 Haushalten können ihre Kosten fürs Heizen senken. Das geht aus Analysen von co2online für den bundesweiten Heizspiegel hervor. Auf www.heizspiegel.de können Verbraucher ihre Heizkosten kostenlos prüfen und erhalten Tipps zum Sparen. Mit programmierbaren Thermostaten, Stoßlüften und Sparduschköpfen können Mieter wie Eigentümer ihre Heizkosten zum Beispiel in einer 70 m2 großen Wohnung um über 200 Euro pro Jahr senken. Eigentümer können weitere Heizkosten vermeiden, zum Beispiel durch einen Tausch der Heizungspumpe, einen hydraulischen Abgleich oder das Isolieren der Heizungsrohre im Keller – und sie sollten den Umstieg auf erneuerbare Energien prüfen, für die kein CO2-Preis anfällt.

Hinweis für die Redaktionen:

Die Infografik kann mit Quellenangabe („www.heizspiegel.de“) honorarfrei zur redaktionellen Berichterstattung verwendet werden. Weiteres druckfähiges Bildmaterial gibt es auf www.heizspiegel.de/presse.

Über den Heizspiegel und co2online

Der Heizspiegel für Deutschland (www.heizspiegel.de) ist ein Angebot der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Er informiert Verbraucher seit 2004 über Sparpotenziale rund ums Heizen und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de) steht für Klimaschutz, der wirkt. Mehr als 40 Energie- und Kommunikationsexperten machen sich seit 2003 mit Kampagnen, Energierechnern und PraxisChecks stark dafür, den Strom- und Heizenergieverbrauch in privaten Haushalten auf ein Minimum zu senken. Die Handlungsimpulse, die diese Aktionen auslösen, tragen messbar zur CO2-Minderung bei. Im Fokus stehen Strom- und Heizenergie in Gebäuden, Modernisierung, Bau sowie Hilfe im Umgang mit Fördermitteln. Unterstützt wird co2online von der Europäischen Kommission, vom Bundesumweltministerium sowie von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.