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Die wichtigsten Infos zur Wärmedämmung im Überblick

Alles, was Sie über die Wärmedämmung wissen müssen: In dieser Übersicht finden Sie Informationen über Maßnahmen, Material, Kosten, häufige Fragen und mehr zur Hausdämmung. Nutzen Sie die hier angebotenen Links zu unseren weiterführenden Dämm-Artikel. Alle Informationen sind natürlich unabhängig und nicht-kommerziell.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Wärmedämmungen amortisieren sich in der Regel nach wenigen Jahren
  • besonders rentabel ist die Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Hausdämmung bietet zusätzlich Hitzeschutz und besseres Raumklima
  • konventionelle Dämmstoffe sind billiger und dominieren den Markt
  • ökologische Dämmstoffe sind wesentlich umwelt- und gesundheitsfreundlicher
  • Wärmedämmung wird vom Staat gefördert

Lohnt sich eine Wärmedämmung?

Daemmwolle an Mauer(c) iStock/elgol

Energie und Heizkosten eines Hauses lassen sich durch eine gute Wärmedämmung deutlich senken. Ein Altbau verliert bis zu 35 Prozent der erzeugten Wärme über nicht gedämmte Außenwände, bis zu 20 Prozent über ein ungedämmtes Dach. Diese Wärmeverluste lassen sich nicht ganz vermeiden – aber deutlich senken. Eine Dämmung der Fassade beispielsweise kann die jährlichen Heizkosten um 260 Euro mindern. Die Einsparungen fallen meist umso höher aus, je älter ein Haus ist.

Die relativ kostspielige Fassadendämmung ist gerade dann sinnvoll, wenn Fassadenarbeiten wie Verputzen der Streichen anstehen. So verringern sind die Zusatzkosten für die Dämmung entsprechend, wenn ohnehin ein Gerüst aufgebaut werden muss. Die durchschnittliche Amortisationsdauer bei der Fassadendämmung liegt in diesem Fall bei sechs Jahren.

Weniger aufwändig als die Dämmung von Fassade und Dach ist die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke. Trotzdem sind diese Maßnahmen sehr wirksam und damit entsprechend finanziell lukrativ.

Für die meisten Investitionen in Klimaschutz und Energiesparen können Sie die Kosten senken, indem Sie Fördermöglichkeiten nutzen.

Eine gute Wärmedämmung hält nicht nur im Winter die Wärme im Haus, sondern auch im Sommer draußen, ist also ein wirksamer Hitzeschutz. Und sie hat noch mehr zu bieten: Durch eine Dämmung gleichen sich die Temperaturen von Raum und Innenwänden an, das sorgt für ein behagliches Wohnklima.

Wichtig ist: Bevor Sie mit der energetischen Sanierung und der Hausdämmung beginnen, sollten Sie zunächst mit einem Energieberater und ggf. einer Wärmebildkamera die Schwachstellen an Ihrem Haus aufdecken. So erfahren Sie im Detail, wo die Wärme bei ihrem Haus verloren geht und durch welche Wärmedämmung Sie am günstigsten Energie einsparen können.

Inwiefern sich eine Dämmmaßnahme wirtschaftlich rechnet, finden Sie auch ganz einfach mit unserem DämmCheck und unserem ModernisierungsCheck heraus.

AnwendungsgebietAnwendungsbeispiele
Decke, Dach
  • Außendämmung von dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckung
  • Außendämmung von dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtung
  • Außendämmung des Daches, der Bewitterung ausgesetzt (Umkehrdach)
  • Zwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschoßdecke
  • Innendämmung der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke usw.
  • Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich ohne Schallschutzanforderungen
  • Innendämmung der Decke oder Bodenplatte (oberseitig) unter Estrich mit Schallschutzanforderungen
Wand
  • Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
  • Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
  • Außendämmung der Wand unter Putz
  • Dämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung
  • Dämmung von Holzrahmen- und Holztafelbauweise
  • Innendämmung der Wand
  • Dämmung zwischen Haustrennwänden mit Schallschutzanforderungen
  • Dämmung von Raumtrennwünden
Perimeter
  • Außen liegende Wärmedämmung von Wänden gegen Erdreich (Außerhalb der Abdichtung)
  • Außen liegende Wärmedämmung unter der Bodenplatte gegen Erdreich (Außerhalb der Abdichtung)

Quelle: Bauzentrum München, „Leitfaden Dämmstoffe 3.0“, 10-2017, S. 24

Dämmungen sind im ganzen Haus möglich. Besonders rentabel ist meist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Auch ein Wärmeschutz der Kellerdecke verringert den Energieverlust bei relativ geringen Kosten. Wenn Sie die Fassade dämmen möchten, sollten Sie das möglichst an den Außenwänden tun. Eine Innendämmung hingegen kann bei denkmalgeschützten Gebäuden eine sinnvolle Alternative sein. Sie verkleinert jedoch den Innenraum.

Um die Fassade zu dämmen, gibt es verschiedene Systeme. Am gängigsten ist das Wärmedämmverbundsystem (WDVS), sprich das Anbringen von Dämmstoffplatten direkt an die Außenwand. Bei zweischaligem Mauerwerk kann der Luftzwischenraum auch für eine Kerndämmung genutzt werden. Sie wird auch Einblasdämmung genannt, da der Dämmstoff (Flocken, Granulat oder Perlen) zwischen die Wandschalen geblasen oder geschüttet werden. Dafür werden Löcher in die Außenwand gebohrt.

Welche Dämmstoffe gibt es?

organisch anorganisch bzw. mineralisch
natürliche Rohstoffesynthetische Rohstoffenatürliche Rohstoffesynthetische Rohstoffe
FlachsHarnstoff-F-OrtsschaumBlähglimmerBlähglas
GetreidegranulatMelaminharz-HartschaumBlähtonKlaziumsilikat
HanfResol-Hartschaum (Phenolharz)NaturbimsMineralfaser
HolzfaserPolyesterfasernPerliteMineralschaum
Holzspäneexpandiertes Polystyrol EPSSchaumglas
Holzwolleextrudiertes Polystyrol XPS

Schaumglas-

schotter

KokosfaserPolyurethan Hartschaum PUR
KorkPolyurethan Ortsschaum PUR
Schafwolle
Schilfrohr
Stroh
Wiesengras
Zellulose

Quelle: Leitfaden Dämmstoffe 3.0, Bauzentrum München, 2017, S. 19

Dämmstoffe lassen sich nach den bei der Herstellung eingesetzten Rohstoffen in zwei Hauptgruppen einteilen - in organische und in anorganische beziehungsweise mineralische. Beide Gruppen werden jeweils weiter unterteilt in natürliche oder synthetische Dämmstoffe. Als konventionelle Dämmstoffe werden diejenigen bezeichnet, die seit Jahren den Markt dominieren: Insbesondere die anorganisch-synthetische Mineralwolle (Glaswolle und Steinwolle) sowie die organisch-synthetischen Dämmstoffe Polystyrol (umgangssprachlich Styropor) oder Polyurethan (PUR & PIR).

Ökologische Dämmstoffe werden auch Naturdämmstoffe, natürliche Dämmstoffe, oder Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen genannt. Von konventionellen unterscheiden sie sich vor allem darin, dass sie wesentlich umwelt- und gesundheitsfreundlicher sind. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen haben seit Mitte der 90er Jahre einen relativ stabilen Marktanteil zwischen vier und sieben Prozent (Bauzentrum München). Konventionelle Dämmstoffe sind meist preiswerter. In punkto Qualität und Dämmeigenschaften können viele Naturprodukte wie Zelluloseflocken, Jute und Stroh aber bereits mithalten.

Pflichten und Vorschriften zur Wärmedämmung

Wer ein neues Haus baut oder ein altes umbaut, muss die Anforderungen der Energieeinsparverordnung beachten. Wurde eine Wohnimmobilie ab dem Februar 2002 gekauft, ist zum Beispiel die Dämmung der obersten Geschossdecke Pflicht, wenn der Raum darüber begehbar ist. Ebenso ist die Dämmung von offen liegenden Heizungsrohrleitungen im ungeheizten Keller ein Muss und auch alte Gas- und Öl-Heizkesseln von vor 1978 sollten ersetzt werden. Für die Umsetzung der Maßnahmen hat der neue Eigentümer bis zu zwei Jahre nach Erwerb der Immobilie Zeit.

Wer schon vor Februar 2002 in seinem Einfamilienhaus gewohnt hat, ist grundsätzlich nicht zur energetischen Sanierung verpflichtet. Möchte man dennoch sanieren, sind bestimmte Auflagen zu erfüllen, wenn es sich um mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche handelt. Wer beispielsweise nur seine nördliche Wand dämmen will, muss nur für diese neu gedämmte Außenwand die EnEV-Anforderungen erfüllen. Allgemein gilt: Wird die Fassade saniert, müssen Dämmmaßnahmen umgesetzt werden, wenn das Gebäude vor 1984 errichtet wurde.

Kosten und Förderung der Hausdämmung

Die Kosten von Wärmedämmungen schwanken von Fall zu Fall sehr stark und hängen von Dämmverfahren, Dämmstoff und seiner Stärke (je nach Energiestandard meist zwischen 20 und 30 Zentimeter) ebenso ab wie vom Alter und Zustand eines Gebäudes.

Zunächst ist wichtig, mithilfe einer Expertenberatung herauszufinden, wo am meisten Wärme verloren geht. Ein Gebäude-Check durch einen qualifizierten Energieberater der Verbraucherzentrale zum Beispiel kostet 20 bis 40 Euro. Teurer wird es, wenn der Experte (im Winter) ein Thermografie-Gutachten erstellt. Eine professionelle und umfangreiche Wärmebilduntersuchung kleinerer Gebäude kostet zwischen 250 und 400 Euro. Die Vor-Ort-Beratungen fördert das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA), allerdings nicht mehr die Thermografie-Gutachten. Dafür wurde zum 1. Dezember 2017 die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans mit in die Förderung aufgenommen.

Auch für viele Dämmmaßnahmen selbst können Sie Fördermittel beantragen. Die Bundesregierung stellt dafür über das KfW-Programm „Energieeffizienz Sanieren“ zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen sowie Investitionszuschüsse von bis zu 30 Prozent der Kosten zur Verfügung. Dies gilt sowohl für die Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus als auch für einzelne Maßnahmen wie die Dämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken. Je mehr Energie Sie einsparen, desto höher fällt die Förderung meistens aus. Die Förderung für eine BAFA-Energieberatung vor Ort liegt sogar bei 60 Prozent.

Für das Dämmen mit natürlichen Dämmstoffen gibt es die gleiche staatliche Förderung wie für das Dämmen mit herkömmlichen Stoffen. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem kostenlosen FördermittelCheck und im Artikel Förderung für Wärmedämmung.

Dämmung und Brandschutz

Konventionelle und ökologische Dämmstoffe müssen alle Anforderungen an den Brandschutz erfüllen. Sämtliche Stoffe – seien es die einzelnen Stoffe oder die Stoffe im Verbund – werden auf ihre Brandeigenschaften von der deutschen Bauaufsicht getestet. Mineralische Dämmstoffe sind dabei schon von sich aus nicht brennbar, Kunststoffschäume und die meisten alternativen Dämmstoffe sind zwar im Prinzip brennbar, sie werden aber durch Zugabe von Flammschutzmitteln meist „schwer entflammbar“ gemacht.

Bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) aus Polystyrol übernimmt die Putzschicht eine Schutzfunktion für den brennbaren Dämmstoff von außen, eine vorschriftsmäßige Befestigung auf dem Untergrund soll die Brandausbreitung zwischen Dämmung und Wanduntergrund verhindern. Ab Dämmstoffstärken von 100 Millimetern sind für höhere Gebäude zusätzlich im Bereich von Wandöffnungen oder umlaufend alle zwei Geschosse (Brandriegellösung) nicht brennbare Dämmstoffe einzubauen. Für bestimmte Situationen und auch für den Sockelbereich von Gebäuden sind nichtbrennbare Dämmstoffe vorgeschrieben.

Autoren: Kristina Simons / Marcus Franken

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